- Migration
Gesetz zur Bestimmung sicherer Herkunftsstaaten durch Rechtsverordnung und Abschaffung des anwaltlichen Vertreters bei Abschiebungshaft und Ausreisegewahrsam
Eingereicht von: CDU/CSU, SPD · BT-Drs. 21/780
Was ändert sich?
Die Bundesregierung kann künftig per Verordnung festlegen, welche Herkunftsstaaten als sicher gelten – Asylanträge von dort werden schneller bearbeitet und abgelehnt. In Abschiebungshaft gibt es keinen automatisch bestellten Anwalt mehr.
Ab wann: Am Tag nach der Verkündung; einzelne Teile erst am ersten Tag des sechsten auf die Verkündung folgenden MonatsKI-Zusammenfassung des Gesetzentwurfs, ohne Gewähr. Details und Quellen unten.Stand
In KraftBeratungsstand laut DIP: Verkündet
- Ausschuss
- dafür: CDU/CSU, AfD, SPD · dagegen: Grüne, Linke
Verkündet am 23. Dezember 2025 im BGBl I 2025, 364. In Kraft seit 24. Dezember 2025 (einzelne Teile zu anderen Terminen)
Worum geht es?
Beschlussempfehlung des Ausschusses: Änderungen
Kurzbeschreibung. Quelle: Deutscher Bundestag/Bundesrat – DIP.Wer ist betroffen?
- Asylsuchende aus Staaten, die als sicher eingestuft werdenBelastung
Ihre Anträge werden schneller bearbeitet und nach einer Ablehnung als offensichtlich unbegründet kann der Aufenthalt schneller beendet werden.
Beleg im EntwurfBeleg ausblenden
„Ist ein Herkunftsstaat als sicher bestimmt, werden Verfahren von Staatsangehörigen dieser Staaten durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) schneller bearbeitet.“
- Menschen in Abschiebungshaft, Ausreisegewahrsam oder ÜberstellungshaftBelastung
Ihnen wird im Verfahren über die Haft nicht mehr automatisch ein Anwalt bestellt.
Beleg im EntwurfBeleg ausblenden
„Der Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD für die 21. Legislaturperiode sieht vor, die Regelung des § 62d AufenthG wieder zu streichen. Dies wird durch vorliegenden Gesetzentwurf umgesetzt, die Pflicht zur Bestellung eines anwaltlichen Vertreters in den dort bisher genannten Fällen entfällt.“
- Menschen, die sich einbürgern lassen wollenBelastung
Wer bei der Einbürgerung getäuscht, gedroht oder bestochen oder falsche Angaben gemacht hat, kann zehn Jahre lang nicht eingebürgert werden.
Beleg im EntwurfBeleg ausblenden
„Diese gilt im Falle einer Rücknahme der Einbürgerung nach § 35 StAG sowie in Fällen, in denen die Behörde im Rahmen eines Einbürgerungsverfahrens feststellt, dass ein Antragsteller, um für sich oder einen anderen eine Einbürgerung zu erwirken, arglistig getäuscht, gedroht oder bestochen hat oder unrichtige oder unvollständige Angaben zu wesentlichen Voraussetzungen der Einbürgerung gemacht oder benutzt hat;“
- Geduldete mit Chancen-AufenthaltsrechtEntlastung
Auch wer zwischen dem 1. Juli 2024 und dem 31. Dezember 2025 ein Chancen-Aufenthaltsrecht erhalten hat, kann unter den gleichen Bedingungen wie zuvor in eine Aufenthaltserlaubnis nach § 25a oder § 25b wechseln.
Beleg im EntwurfBeleg ausblenden
„– Anpassung der Außerkrafttretens-Regelung im Chancenaufenthaltsgesetz, damit der Wechsel in eine Aufenthaltserlaubnis nach § 25a und § 25b AufenthG auch bei den im Zeitraum vom 1. Juli 2024 bis zum 31. Dezember 2025 erteilten Aufenthaltserlaubnissen nach § 104c AufenthG unter den gleichen Bedingungen wie bei zuvor erteilten Aufenthaltserlaubnissen erfolgen kann.“
KI-Auswertung des Vorblatts (Claude). Jede Zeile wurde maschinell gegen den Originaltext geprüft; ohne wörtlichen Beleg erscheint sie nicht. Die Angaben gelten für den Entwurf und sind keine Rechtsberatung.
Was kostet das?
- Haushaltsausgaben
Keine.
- Erfüllungsaufwand
E.1 Erfüllungsaufwand für Bürgerinnen und Bürger Keiner. E.2 Erfüllungsaufwand für die Wirtschaft Keiner. Davon Bürokratiekosten aus Informationspflichten Keine. E.3 Erfüllungsaufwand der Verwaltung Keiner.
- Weitere Kosten
Den Bürgerinnen und Bürgern sowie der Wirtschaft entstehen keine sonstigen Kosten. Auswirkungen auf Einzelpreise und das Preisniveau, insbesondere das Verbraucherpreisniveau, sind nicht zu erwarten. Auch die Kosten für das Bundesverwaltungsgericht können nicht eingeschätzt werden. Der Umfang der eingesparten Kosten für die Justiz der Länder kann nicht abschließend eingeschätzt werden.
Wo steht das Gesetz?
- Bundestag: Gesetzentwurf eingebracht7. Juli 2025 · BT-Drs. 21/780
- Bundestag: 1. Lesung10. Juli 2025 · BT-PlPr. 21/18
- Bundestag: Ausschuss: Beschlussempfehlung3. Dezember 2025 · BT-Drs. 21/3079
- Bundestag: 2. Lesung5. Dezember 2025 · BT-PlPr. 21/48
- Bundestag: 3. Lesung5. Dezember 2025 · BT-PlPr. 21/48
- Bundesrat: Durchgang19. Dezember 2025 · BR-PlPr. 1060
- Im Bundesgesetzblatt verkündet23. Dezember 2025
Namentliche Abstimmung am 5. Dezember 2025
Neuregelung zu sicheren Herkunftsstaaten und Abschaffung anwaltlicher Vertretung bei Abschiebehaft · angenommen
| Fraktion | Ja | Nein | Enth. | Fehlt |
|---|---|---|---|---|
| CDU/CSU | 205 | 0 | 0 | 3 |
| AfD | 133 | 0 | 1 | 17 |
| SPD | 117 | 0 | 2 | 1 |
| BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN | 0 | 75 | 0 | 10 |
| Die Linke | 0 | 54 | 0 | 10 |
| fraktionslos | 0 | 1 | 0 | 1 |
Im Bundestag gesagt
15 Reden an 2 Sitzungstagen.
Alle Rednerinnen und RednerWeniger
- Alexander Dobrindt · Bundesmin., Bundesministerium des Innern10. Juli 2025 · Plenarprotokoll 21/18, S. 1748C
- Dr. Christian Wirth · MdB, AfD10. Juli 2025 · Plenarprotokoll 21/18, S. 1749B
- Sebastian Fiedler · MdB, SPD10. Juli 2025 · Plenarprotokoll 21/18, S. 1750B
- Helge Limburg · MdB, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN10. Juli 2025 · Plenarprotokoll 21/18, S. 1751C
- Clara Bünger · MdB, DIE LINKE10. Juli 2025 · Plenarprotokoll 21/18, S. 1752C
- Detlef Seif · MdB, CDU/CSU10. Juli 2025 · Plenarprotokoll 21/18, S. 1753C
- Alexander Throm · MdB, CDU/CSU10. Juli 2025 · Plenarprotokoll 21/18, S. 1755B
- Alexander Throm · MdB, CDU/CSU5. Dezember 2025 · Plenarprotokoll 21/48, S. 5677A
- Dr. Christian Wirth · MdB, AfD5. Dezember 2025 · Plenarprotokoll 21/48, S. 5678C
- Sebastian Fiedler · MdB, SPD5. Dezember 2025 · Plenarprotokoll 21/48, S. 5679C
- Filiz Polat · MdB, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN5. Dezember 2025 · Plenarprotokoll 21/48, S. 5681B
- Clara Bünger · MdB, DIE LINKE5. Dezember 2025 · Plenarprotokoll 21/48, S. 5682C
- Daniela Ludwig · Parl. Staatssekr., Bundesministerium des Innern5. Dezember 2025 · Plenarprotokoll 21/48, S. 5683C
- Christopher Drößler · MdB, AfD5. Dezember 2025 · Plenarprotokoll 21/48, S. 5684B
- Detlef Seif · MdB, CDU/CSU5. Dezember 2025 · Plenarprotokoll 21/48, S. 5685A