Zinsen auf Steuernachzahlungen sollen ab 2027 steigen
Ein Gesetzentwurf soll das Steuerrecht in vielen Einzelpunkten ändern. Betroffen sind Steuerzahlende, Eltern, Beschäftigte, Arbeitgeber und weitere Gruppen.
Stand 6. Oktober 2026 · ca. 1 Min. LesezeitHöhere Zinsen beim Finanzamt
Auf Steuernachzahlungen und Steuererstattungen fallen Zinsen an. Dieser Zinssatz soll steigen. Bisher liegt er bei 0,15 Prozent pro Monat. Künftig sollen es 0,3 Prozent sein. Das soll für Zeiträume ab 2027 gelten. Wer Steuern nachzahlt, zahlt dann mehr Zinsen. Wer Geld zurückbekommt, erhält mehr Zinsen.
Eltern mit Kindern im Ausland
Für Eltern ist eine Entlastung geplant. Es geht um Kinder mit Wohnsitz in der EU oder im EWR. EWR steht für den Europäischen Wirtschaftsraum. Für diese Kinder sollen die Kinderfreibeträge nicht mehr gekürzt werden. Das gilt auch für den Ausbildungsfreibetrag. Ein Freibetrag ist ein Teil des Einkommens, der steuerfrei bleibt.
Beschäftigte und Arbeitgeber
Arbeitgeber sollen dem Finanzamt mehr Lohndaten übermitteln. Bei Lohnsteuer-Kontrollen soll ein Datenzugriff möglich sein. Für Beschäftigte soll so der Aufwand in der Steuererklärung sinken. Es geht um etwa eine Minute pro Erklärung. Ab 2028 sollen Beschäftigte bestimmte Beiträge schon beim monatlichen Lohnsteuerabzug berücksichtigen lassen können. Dafür ist ein Freibetrag vorgesehen.
Bisher nur ein Entwurf
Das Gesetz ist bisher ein Entwurf. Der letzte Schritt im Verfahren war am 30. September 2026. Grundsätzlich soll es am Tag nach der Verkündung gelten. Verkündung heißt amtliche Veröffentlichung. Einzelne Teile sollen rückwirkend gelten, ab 1. Januar 2020, 6. Dezember 2024 und 1. Januar 2026. Andere Teile sollen ab 1. Januar 2027, 1. Januar 2029 und 1. Juli 2029 gelten.
Was sonst noch drinsteht
Künstler sollen Ausgaben für die Altersvorsorge nicht mehr selbst angeben müssen. Das spart rund 17 Minuten im Jahr. Steuerbescheide sollen elektronisch bekanntgegeben werden können. Lizenzzahlungen bis 100.000 Euro sollen ohne Antrag freigestellt werden. Ein Zuschlag für Tierhaltung soll ausdrücklich auch bei Hopfen und Spargel gelten. Bürger sollen 117.133 Stunden Aufwand pro Jahr sparen.
- Jahressteuergesetz 2026
- Stand
- EntwurfNoch nicht im Bundestag beraten.
- Eingebracht
- Bundesregierung (CDU/CSU, SPD)
- Dafür dürften
- CDU/CSU, SPDDie Regierungsfraktionen tragen Regierungsentwürfe in der Regel mit. Abgestimmt hat der Ausschuss noch nicht.
- Chance
- hochEingebracht von der Bundesregierung; CDU/CSU und SPD haben 328 von 630 Sitzen. In dieser Wahlperiode hat der Bundestag 156 von 163 abgeschlossenen Regierungsentwürfen beschlossen.