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Sonntag, 4. Oktober 2026Ausgabe KW 40

Echte Politik

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Arbeitslos melden soll künftig vor allem digital gehen

Sechs Gesetzentwürfe betreffen die Arbeitswelt. Es geht um die Arbeitsförderung, Steuern, den Reservedienst, Verträge in der Wissenschaft und die Förderung von Meisterkursen.

Wer arbeitslos wird, soll sich künftig vor allem digital melden. Auch Anträge sollen vorrangig digital laufen. Beratungsgespräche sollen per Videotelefonie möglich sein, statt vor Ort. Ein täglicher Blick in den Briefkasten soll für die Erreichbarkeit nicht mehr nötig sein. Dafür sollen die eigenen Bemühungen um Arbeit verbindlich in einem Kooperationsplan stehen. Der Entwurf liegt im Ausschuss. Er soll grundsätzlich ab 1. Januar 2027 gelten.

Entwurfvon Bundesregierung (CDU/CSU, SPD)· Chance hoch

Betriebe sollen elektronisch beantragen

Auch für Betriebe soll mehr digital laufen. Arbeitgeber sollen Kurzarbeitergeld nur noch elektronisch beantragen. Das spart laut Entwurf rund 37 Minuten pro Fall. Eventuell fallen aber Kosten für ein Modul im Abrechnungsprogramm an. Eine Bestellung soll nicht mehr schriftlich auf Papier nötig sein. Das spart je Unternehmen rund 1,84 Euro an Zeit- und Portokosten. Weitere Stufen der Reform sollen bis 1. Januar 2029 folgen.

Entwurfvon Bundesregierung (CDU/CSU, SPD)· Chance hoch

Die Reform enthält weitere Neuerungen. Beschäftigte sollen eine neue Job-to-Job-Erprobung nutzen können. Damit testen sie bei einem anderen Arbeitgeber, ob ein neuer Job passt. Das soll möglich sein, bevor sie arbeitslos werden. Selbstständige sollen mehr Zeit bekommen, sich freiwillig gegen Arbeitslosigkeit zu versichern. Auszubildende sollen beim Ausbildungsgeld mehr Unterstützung für Wohnkosten bekommen. Das betrifft Leistungen zur Teilhabe.

Entwurfvon Bundesregierung (CDU/CSU, SPD)· Chance hoch

Steuern auf Lohn

Zwei Steuerentwürfe betreffen Beschäftigte und Betriebe. Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag soll ab 2027 von 1.230 auf 1.430 Euro im Jahr steigen. Dann müssen weniger Belege gesammelt werden. Zuschläge für Sonn- und Feiertagsarbeit sollen bei höheren Löhnen steuerlich begünstigt bleiben. Die Grenze soll bei einem Grundlohn von 75 statt 50 Euro je Stunde liegen. Für Minijobs soll die Pauschsteuer von 2 auf 5 Prozent steigen. Arbeitgeber sollen zudem mehr Lohndaten übermitteln.

Einkommensteuerreformgesetz 2027Entwurfvon Bundesregierung (CDU/CSU, SPD)· Chance hochJahressteuergesetz 2026Entwurfvon Bundesregierung (CDU/CSU, SPD)· Chance hoch

Reservedienst

Reservistinnen und Reservisten sollen auch außerhalb eines Spannungs- oder Verteidigungsfalls zum Dienst verpflichtet werden können. Der Dienst soll höchstens zwölf Wochen im Jahr dauern. Betriebe sollen vorher angehört werden. Kleine und mittlere Unternehmen sollen einen Förderbetrag beantragen können. Eingeplant sind jährlich rund 2.000 Anträge und 1 Million Euro. Kosten für eine Ersatzkraft sollen in mehr Fällen erstattet werden. Auch Beamtinnen und Beamte, die Versorgung beziehen, sollen Leistungen beantragen können.

Entwurfvon Bundesregierung (CDU/CSU, SPD)· Chance hoch

Verträge in der Wissenschaft

An Hochschulen und Forschungseinrichtungen sollen befristete Erstverträge zur Qualifizierung eine Mindestlaufzeit bekommen. Vor der Promotion, also dem Doktortitel, sollen es mindestens drei Jahre sein. Nach der Promotion sollen es mindestens zwei Jahre sein. Ein solcher Vertrag soll mindestens ein Viertel der Arbeitszeit umfassen. Studentische Hilfskräfte sollen acht statt sechs Jahre befristet arbeiten dürfen. Bei Elternzeit sollen sich auch Verträge auf Drittmittelstellen verlängern.

Entwurfvon Bundesregierung (CDU/CSU, SPD)· Chance hoch

Förderung für Meisterkurse

Wer eine Aufstiegsfortbildung macht, etwa einen Meisterkurs, soll ab 1. August 2027 mehr Förderung bekommen. Für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren soll es bis zu 18.000 statt 15.000 Euro geben. Für das Meisterstück sollen es bis zu 4.000 statt 2.000 Euro sein. Nach bestandener Prüfung sollen 60 statt 50 Prozent des Darlehens erlassen werden. Zuschüsse vom Arbeitgeber sollen nicht mehr angerechnet werden. Betriebe sollen dafür keine Nachweise mehr ausstellen müssen.

Entwurfvon Bundesregierung (CDU/CSU, SPD)· Chance hoch
Die Gesetze in diesem Artikel
  • Gesetz zur Modernisierung und Digitalisierung der Arbeitsförderung
    Stand
    EntwurfWird im Ausschuss beraten.
    Eingebracht
    Bundesregierung (CDU/CSU, SPD)
    Dafür dürften
    CDU/CSU, SPDDie Regierungsfraktionen tragen Regierungsentwürfe in der Regel mit. Abgestimmt hat der Ausschuss noch nicht.
    Chance
    hochEingebracht von der Bundesregierung; CDU/CSU und SPD haben 328 von 630 Sitzen. In dieser Wahlperiode hat der Bundestag 156 von 163 abgeschlossenen Regierungsentwürfen beschlossen.
  • Jahressteuergesetz 2026
    Stand
    EntwurfNoch nicht im Bundestag beraten.
    Eingebracht
    Bundesregierung (CDU/CSU, SPD)
    Dafür dürften
    CDU/CSU, SPDDie Regierungsfraktionen tragen Regierungsentwürfe in der Regel mit. Abgestimmt hat der Ausschuss noch nicht.
    Chance
    hochEingebracht von der Bundesregierung; CDU/CSU und SPD haben 328 von 630 Sitzen. In dieser Wahlperiode hat der Bundestag 156 von 163 abgeschlossenen Regierungsentwürfen beschlossen.
  • Einkommensteuerreformgesetz 2027
    Stand
    EntwurfNoch nicht im Bundestag beraten.
    Eingebracht
    Bundesregierung (CDU/CSU, SPD)
    Dafür dürften
    CDU/CSU, SPDDie Regierungsfraktionen tragen Regierungsentwürfe in der Regel mit. Abgestimmt hat der Ausschuss noch nicht.
    Chance
    hochEingebracht von der Bundesregierung; CDU/CSU und SPD haben 328 von 630 Sitzen. In dieser Wahlperiode hat der Bundestag 156 von 163 abgeschlossenen Regierungsentwürfen beschlossen.
  • Gesetz zur Stärkung der Reserve (Reservestärkungsgesetz - ResStG)
    Stand
    EntwurfNoch nicht im Bundestag beraten.
    Eingebracht
    Bundesregierung (CDU/CSU, SPD)
    Dafür dürften
    CDU/CSU, SPDDie Regierungsfraktionen tragen Regierungsentwürfe in der Regel mit. Abgestimmt hat der Ausschuss noch nicht.
    Chance
    hochEingebracht von der Bundesregierung; CDU/CSU und SPD haben 328 von 630 Sitzen. In dieser Wahlperiode hat der Bundestag 156 von 163 abgeschlossenen Regierungsentwürfen beschlossen.
  • Gesetz zur Modernisierung des Befristungsrechts im Wissenschaftsbereich
    Stand
    EntwurfNoch nicht im Bundestag beraten.
    Eingebracht
    Bundesregierung (CDU/CSU, SPD)
    Dafür dürften
    CDU/CSU, SPDDie Regierungsfraktionen tragen Regierungsentwürfe in der Regel mit. Abgestimmt hat der Ausschuss noch nicht.
    Chance
    hochEingebracht von der Bundesregierung; CDU/CSU und SPD haben 328 von 630 Sitzen. In dieser Wahlperiode hat der Bundestag 156 von 163 abgeschlossenen Regierungsentwürfen beschlossen.
  • Fünftes Gesetz zur Änderung des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes
    Stand
    EntwurfNoch nicht im Bundestag beraten.
    Eingebracht
    Bundesregierung (CDU/CSU, SPD)
    Dafür dürften
    CDU/CSU, SPDDie Regierungsfraktionen tragen Regierungsentwürfe in der Regel mit. Abgestimmt hat der Ausschuss noch nicht.
    Chance
    hochEingebracht von der Bundesregierung; CDU/CSU und SPD haben 328 von 630 Sitzen. In dieser Wahlperiode hat der Bundestag 156 von 163 abgeschlossenen Regierungsentwürfen beschlossen.
Stand und Einreicher stammen aus dem DIP, das Ausschussvotum aus dem Ausschussbericht (per KI ausgelesen, mit Zitat geprüft). Die Chance ist eine Einschätzung nach festen Regeln (Sitze, Ausschussvotum, bisherige Bilanz der Einreicher), keine Vorhersage. So schätzen wir sie einMit KI aus den ausgewerteten Gesetzentwürfen geschrieben, Stand 4. Oktober 2026, stichprobenartig geprüft. Maßgeblich sind die verlinkten Drucksachen.